Carbon Capture & Storage

Eine entscheidende Frage stellt sich: Was passiert mit dem CO2, das die Artificial Trees aus der Atmosphäre absorbiert haben?
Im Folgenden soll die CCS-Methode vorgestellt werden, die das aufgenommene CO2 auf lange Zeit lagert:

a)Funktionsweise

 
CCS („Carbon Capture and Storage“) ist eine Technik, bei der das CO2, das durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht, aufgefangen wird und unterirdisch gelagert und gespeichert wird.

 Als Endlager kommen im Prinzip alle großen Hohlräume in der Erdkruste in Frage, die dicht und geologisch so stabil sind, dass sie das CO2 auf Dauer sicher vorm Entweichen in die Atmosphäre abhalten.

Als mögliche CO2-Endlager gelten z.B. ausgebeutete Erdöl- oder Erdgaslagerstätten wie auch saline Aquifere (poröse, salzwasserführende Gesteinsschichten). Auch die Endlagerung in der Tiefsee wird für möglich gehalten.

Alte Kohle- und Erzbergwerke dagegen sind ungeeignet, da das CO2 durch viele Risse und Öffnungen schnell ausgasen würde . Forscher der RWTH Aachen halten jedoch Kohleflöze in großter Tiefe für möglicherweise geeignet, wenn sie zuvor durch Untertage-Kohlevergasung ausgebeutet wurden.

CCStorage

(http://www.umweltrat.de/03stellung/downlo03/stellung/Stellung_CCS_2009_Mai.pdf)

b) Speicherkapazität

Bis zu 1800 Mrd Tonnen CO2 könnten weltweit unterirdisch gespeichert werden. Der weltweite energiebedingte CO2-Ausstoß beträgt z.Z. etwa 22 Mrd Tonnen CO2 pro Jahr. Die CO2-Sequestrierung könne daher einen Spielraum von einigen Jahrzehnten schaffen, in denen die Energiewende hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung umgesetzt werden könne.

Der IPCC schätzt in seinem 4.Klimabericht, dass die CO2-Sequestrierung weltweit etwa 55 % der notwendigen CO2-Reduktion bringen könnte. Die Forderung der Klimaforscher lautet, dass maximal 3 Tonnen CO2 pro Kopf im Durchschnitt weltweit in den nächstem Jahrzehnten erlaubt sind, um die globale Erwärmung auf 2°C im Vergleich zum vorindustriellem Niveau zu begrenzen.

c) Kritik an CCS

  • Viele Experten zweifeln daran, dass CO2 auf Dauer sicher vorm Entweichen in die Atmosphäre abgelagert werden kann. Sie befürchten ein langsames Ausgasen der Lagerstätten, so dass statt einer echten CO2-Reduktion nur eine ungewisse Zeitverzögerung des Anstiegs der CO2-Konzentration in der Atmosphäre erreicht wird.Bei der Einlagerung im Meeresboden besteht die Gefahr, dass durch das Zusammenwirkung von CO2 und dem salzigen Meerwasser Minerale aus dem Meeresboden gelöst werden und ihn dadurch porös machen, was die CO2-Ausgasung erheblich verstärken würde .
  • Kohlendioxyd ist ein geruchloses unsichtbares Gas, das schwerer ist als normale Luft und sich daher unbemerkt in Senken und Kellern ansammeln kann. Wiederholt starben Menschen z.B. in Italien durch CO2 aus vulkanischem Ursprung an Erstickung. Würde z.B. künftig CO2 per Pipeline von Kraftwerken zu den Kavernen nach Norddeutschland transportiert, könnten Leckagen entlang der Pipeline zum Erstickungstod führen. Manche Experten sehen auch die Gefahr eines explosionsartigen Entweichens großer CO2-Mengen, was zur massenhaften Erstickung führen könnte. Großvolumige CO2-Ausbrüche aus Lagerstätten unter dem Meeresgrund könnten sogar große Schiffe versenken.
  • Das Abscheiden und Endlagern von CO2 ist sehr energieaufwändig.
  • Es muss noch nachgewiesen werden, dass die CO2-Sequestrierung nicht nur im Labor sondern auch großtechnisch einsetzbar ist: der Energiekonzern Vattenfall, der aktuell eine 10-MW-Pilotanlage baut, rechnet mit einem serienreifen Einsatz in Großkraftwerken erst ab etwa 2020, was nach Einschätzung von Kritikern viel zu spät ist, da bereits in den nächsten Jahren zahlreiche Kraftwerke ersetzt werden müssen. Laut IPCC-Klimabericht sollte die CO2-Reduktion außerdem möglichst bald einsetzen, so dass spätestens 2015 der weltweite Treibhausgasausstoß seinen Hochpunkt überschreitet.
  • Die CO2-Lagerung beansprucht in Deutschland in erheblichem Umfang die gleichen unterirdischen Hohlräume, die auch für Luftdruckspeicher (Stromspeicherung) benötigt werden. Eine großvolumige CO2-Speicherung würde also auf Dauer den Ausbau von Wind- und Solarstrom weitestgehend verhindern, denn deren Stromaufkommen schwankt witterungsbedingt stark und muss deshalb in Zeiten von Energieüberschuss großvolumig zwischengespeichert werden.
  • In der breiten Öffentlichkeit wird die CCS-Problematik bisher kaum wahrgenommen. Im Umfeld der Diskussion des CCS-Gesetzentwurfs des Bundeskabinetts (1.4.09) im Bundestag (6.5.09) und im Bundesrat (15.5.09) haben sich die öffentlichen Medien etwas stärker mit dem Thema beschäftigt, das aber bisher vor allem unter Experten kontrovers diskutiert wird. In Expertenkreisen scheint sich eine fundamentale Kontroverse in Bezug auf CCS ähnlich wie zur Atomenergie zu entwickeln. Sollten sich CCS-Vorhaben wie z.B. die von RWE geplante CO2-Pipeline von Hürth bei Köln nach Norddeutschland konkretisieren, ist mit einer deutlichen Verbreiterung der CCS-Kontroverse und mit stark wachsendem Widerstand entlang des Trassenverlaufs und in jenen Regionen zu rechnen, wo das CO2 in den Untergrund verpresst werden soll. So haben massive Proteste der lokalen Bevölkerung in Jütland (Dänemark) die Pläne des Energiekonzerns Vattenfall für ein riesiges unterirdisches CO2-Lager vorerst gestoppt

 

Den im Folgenden angeführten Links kann man weitere Informationen zur Methode des CCS entnehmen. Eine selbstgestaltete Timeline stellt dabei einen Zeitbezug zu den wichtigsten Entwicklungen dieser Technologie dar und geht dabei im Besonderen auf die Entwicklung des europäischen Gesetztesentwurfs zu CCS ein.

Eine mit dem Visualisierungstool „Eye-plorer“ erstellte MindMap bietet weitere Ausgangspunkte zur intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema CCS.

 

Timeline zu CCS

(PASSWORT= Geo70)
(Quelle: www.eu-koordination.de/PDF/CO2-Abscheidung.pdf)

MINDMAP zu CCS

 

 Richtlinie der EU zu CCS

 

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: